~~~Vita ~~~


Stefan BuschhausenIch wurde am 25. Juli 1951 in Koblenz an Rhein und Mosel geboren.

Meine ersten musikalischen Gehversuche fanden auf einer kleinen Wandergitarre statt, mein Vater hat mir paar Griffe gezeigt, obendrein hatte ich da so einen Jugendkalender mit einer Akkkordtabelle. Während der Schulzeit habe ich dann in einer Band mitgespielt.

Innerhalb der letzten Jahre vorm Abi habe ich im 3. TV Programm einen Kurs gemacht, Einführung in die EDV mit vier Tests und einem sehr schönen Abschlusszeugnis. Ich wollte dann Informatik studieren. Das Fach war gerade an der Uni Bonn neu eingerichtet (angeblich wie sich rausstellen sollte...). Wie auch immer, ich wurde mit Hauptfach Informatik (ohne Nebenfach) immatrikuliert. Wir wunderten uns dann alle über das Studium, sehr viel Mathematik und ein Kurs mit dem Titel "Einführung in die Informatik".

Der Kurs hätte besser geheißen Einführung in die Programmiersprache PL/1 (Programming Language 1). Interessante Veranstaltung, 
jeder, ob Theologe oder Mediziner hat sich da eingefunden, in einem Saal mit etwa 20 Lochern seine Lochkarten fabriziert, irgendwo abgegeben und eine Weile später seinen Ausdruck abgeholt, also keine Einführungsvorlesung in das Fach Informatik.


Zu Beginn des 3. Semesters kam dann der Paukenschlag in Form eines Rundschreibens der Uni Bonn: "Man habe sich bei der Einführung des Studiengangs Informatik verkalkuliert. Wer ein Nebenfach habe, sollte dieses doch bitte zum Hauptfach machen, die Hauptfach Informatiker sollten doch bitte auf Hauptfach Mathematik wechseln oder von vorne anfangen." Unser Mathematik Lehrer am Görres-Gymnasium in Koblenz war sehr nett und irgendwann mal sogar Rheinland Pfalz Meister, 
nicht in Mathematik aber im Boxen. Kurz gesagt, in seinem Unterricht wurde viel gerechnet, aber bei der Besprechung von Beweisen sah es dann eher sehr schlecht aus. Obendrein hatte ich gehört, dass man in Mathematik erst irgendwann nach dem Vordiplom dahinter kommt ob man das ganze je wirklich versteht.

Erst hatte ich die Idee, Studiomusiker zu werden was meinen Eltern allerdings nicht wirklich gefiel und so kam der Entschluss Gitarrenlehrer zu werden zustande.
Gitarrenlehrer die ich in Koblenz fragte lehnten höfflich ab: "es sei nicht möglich jemanden in meinem Alter der bislang ja nur mit Plektrum Gitarre gespielt hatte erfolgreich auf eine Aufnahmeprüfung vorzubereiten und schon gar nicht innerhalb eines Jahres..."
So habe ich mich dann eben selbst auf die Aufnahmeprüfung im Fach Konzertgitarre an der "Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen" vorbereitet. Die Prüfung war recht lustig, ich war ausgesprochen nervös, aber die Akustik im Prüfungssaal war so schön dass sich meine Nervosität gelegt hat und es richtig Spaß gemacht hat zu musizieren. Höhepunkt war dann die Prüfung in "Vom Blatt singen" Mir wurde "Oh Heiland reiß die Himmel auf" vorgelegt... Nach kurzem Grübeln hab ich dann gesagt "das wäre jetzt nicht fair, wenn ich das singen würde, ich kenne das Lied doch" Die Professoren haben verdutzt geschaut und ich brauchte gar nichts zu singen.

Ich studierte bei Herrn Prof. Rövenstrunck, Herrn Prof. Higi und Herrn Prof. Weimer Gitarre, Tonsatz, Generalbass und Klavier. 1983 legte ich die PMP (Privatmusiklehrerprüfung) ab. Der Abschluss Diplommusiklehrer wurde in Trossingen erst später eingeführt, es handelt sich aber um exakt die gleiche Ausbildung. Von1982 an wirkte ich an Jugendmusikschulen in Baden-Württemberg, zuletzt in Albstadt-Ebingen.

1986 machte ich mich aus familiären Gründen in Amberg als Privatmusiklehrer selbstständig. Bedingt durch eine "unglückliche Beratung" der damaligen Stadtsparkasse Amberg konnte ich keinerlei Existenzgründungshilfen in Anspruch nehmen. Jeder weiß dass in der Anlaufphase auch eines kleinen "Unternehmens" hohe Investitionen z.B. für Werbung zwingend notwendig sind. Ohne das bereits angesprochene entgangene Darlehen lief es bei mir auf eine eher amateurhafte Werbung hinaus.

Hinzu kam, dass ich mich von Anfang an sehr schwer getan habe, ansatzweise genug Schüler zu bekommen - trotz fünf unverbindlichen und kostenlosen Probestunden pro Schüler, Audio-Aufnahmen mit den Kindern, sei es zu Familien Geburtstagen oder zu Weihnachten und noch paar Extras, die nicht üblich sind. Die Erfolge meiner Schüler waren dementsprechend gut, immer wieder Vorspiele in der Schule, Klavierschüler vom hiesigen musischen Gymnasium konnten gute bis sehr gute Noten erziehlen und trotzdem blieben Schüler aus. (ps: Da mein altes Probestunden Angebot obendrein in der letzten Zeit mehrfach als Freizeitbeschäftigung ohne die Absicht sich bei Zufriedenheit anzumelden missbraucht worden ist gilt ab Januar 2010 eine neue Regelung: Jeder angemeldete Schüler bekommt am Anfang solange kostenlose Zusatzstunden bis ich merke, dass eine Unterrichtslektion pro Woche ausreicht.)

Ich habe den fatalen Fehler gemacht nicht baldmöglichst wieder wegzuziehen. Damals hätte ich mit meinen Zeugnissen wohl noch relativ leicht wieder eine Anstellung an einer Jugendmusikschule bekommen. Aber wenn man es mit Menschen, ob Kindern oder Erwachsenen zu tun hat lässt man eine Arbeit nicht so leicht hinter sich wie in Berufen in denen man es mit Akten oder Maschinen zu tun hat.

2003 habe ich mich über einen PC im Arbeitsamt gut 600 Mal deutschlandweit um eine Anstellung an einer Jugendmusikschule beworben, allerdings ohne Erfolg. Da mag bereits mein Alter eine Rolle gespielt haben, obendrein sagten mir manche Schulleiter traurig, sie müssten eher Stellen abbauen als neue Lehrer einzustellen.

2004 erlitt ich einen Schlaganfall. In der Klinik fand man folgenden Verlauf heraus: stummer Herzinfarkt >> Vorderwandaneurysma >> stummer Schlaganfall (Zeitpunkte der stummen Ereignisse nicht feststellbar) >> 2004 der echte Schlaganfall, nix mit Lähmung aber Lesetempo (wohl bedingt durch eine Quadrantenanopsie) und Kurzzeitgedächtnis waren schon besser... Mittlerweile bin ich Frührentner, unterrichte aber noch paar Schüler.

Vor einigen Jahren habe ich mal ein Konzert im hiesigen Jugendzentrum (JUZ, Altes Klärwerk) besucht. 2 Bands,
"No Sex Until Marriage" aus Hannover und "Surrender Dorothy" aus Canada, interessante Besetzung (Vocal, Guitar, Bass + Drums). Das Konzert war gut in der Zeitung angekündigt. Ich war dann einer von ca. 10 (in Worten zehn) Besuchern. In einer Pause fragte ich einen anderen Besucher, wie das in einer Stadt mit ca. 40000 Einwohnern passieren kann. Er meinte, dass die Amberger fremde Bands gern akzeptieren wenn es sich um sogenannte Top 40 Bands handelt, also Bands die die Hitparaden rauf und runter spielen. Bands von außerhalb, die eigene Musik spielten hätten hier eher schlechte Karten... Ich bin keine Band aber sehe da trotzdem eine Parallele zu meinem Amberger Desaster.

Ich weiß nicht, während langer Jahre in Baden-Württemberg habe ich mich nie als "Zugereister/Reingeschmeckter" gefühlt, obwohl ich anfangs erhebliche Schwierigkeiten hatte die Leute zu verstehen. Worte wie Zugereister/Reingeschmeckter scheinen eine Bayerische Spezialität zu sein.

Will nicht sagen, dass ich meine Lebensumstände besonders lustig finde, aber es gibt Menschen denen es ganz anders geht. Kommt immer darauf an, mit wem man sich vergleicht: mir geht es eindeutig besser als Erdbebenopfern um nur ein Beispiel zu nennen, in Relation zu Bill Gates empfindet sich möglicherweise manch ein Großverdiener als eher arm...

Referenzen (PDF-Datei) zu meiner Lehrtätigkeit seit 1982

Publikationen

Tabulatur Projekt

Ich arbeite in meinem Unterricht immer wieder auch mit Tabulaturen. Die heutigen Schülerinnen und Schüler sind durch Schule, sportliche Aktivitäten und Compute zeitlich start ausgelastet.

Die Forderung vom Verband Deutscher Musikschulen, ein Schüler solle eine Stunde am Tag üben ist heut zu Tage eher nicht realistisch. Da sind Tabulaturen wegen ihrer leichteren Lesbarkeit eine m.E. sinnvolle Alternative, wobei ich das in jedem einzelnen Fall mit Schüler und Eltern kläre.

Leider zeigt die herkömmliche Tabulatur nicht die rhythmische Mehrstimmigkeit einer Komposition an. Lautenisten schrieben früher Zeichen über die Tabulaturen die angaben, wann eine Note angeschlagen werden musste, aber in mehrstimmigen Sätzen konnten und können diese Zeichen nicht aussagen, wie lange nun ein Note klingen muss.

Die meisten Tabulaturen werden deswegen mit einem zweiten System in Standaradnotation ausgestattet.

Die meisten Kinder sind aber damit überfordert, zwei Systeme gleichzeitig zu lesen.

Deswegen habe ich 2006 Herrn Schweitzer von der Firma Obtiv vorgeschlagen, einen polyphonen Tabulatur Editor in sein Notensatz Programm zu implementieren.

An der Entwicklung dieses Editors war ich beteiligt. (>> siehe auch)

Open Directory Project

Nicht ohne Stolz möchte ich noch anmerken, dass mich das "Open Directory Project" (ODP) nach Prüfung meiner Vorschläge in zwei Kategorien aufgenommen hat, 
unter Musiklehrer und unter Musikschulen.

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